Wenn Menschen an Karriereberatung denken, verbinden viele damit etwas, das man macht, kurz bevor man seinen Schulabschluss hat. Oder wenn man von der Agentur für Arbeit dazu aufgefordert wird. Vielleicht noch nach dem Abitur, wenn die berufliche Richtung unklar ist. Oder wenn gesundheitliche Veränderungen dazu führen, dass der bisherige Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann.
Als Karriereberaterin begleite ich jedoch Menschen in sehr unterschiedlichen Situationen:
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Mitarbeitende in Abfindungs- und Trennungsprogrammen
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Fach- und Führungskräfte, die sich beruflich weiterentwickeln möchten
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Menschen, die über eine Selbstständigkeit nachdenken
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Arbeitnehmer, die zwischen mehreren beruflichen Optionen entscheiden müssen
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Personen, die im Bewerbungsprozess trotz hoher Qualifikation nicht vorankommen
Die meisten dieser Menschen haben eines gemeinsam: Sie stehen vor einer Entscheidung mit wirtschaftlichen Auswirkungen.
Deshalb betrachte ich Karriereberatung nicht als Luxus oder lästige Notwendigkeit, sondern als eine Form des persönlichen Risikomanagements.
Die teuerste Entscheidung ist oft die, die man nicht bewusst trifft
Viele Menschen investieren viel Zeit in berufliche Themen, ohne sich jemals strategisch damit auseinanderzusetzen.
- Sie schreiben Bewerbung um Bewerbung.
- Sie bleiben in Positionen, die längst nicht mehr zu ihren Zielen passen.
- Sie verschieben Entscheidungen über Monate oder sogar Jahre.
- Oder sie starten eine Selbstständigkeit, ohne Chancen, Risiken und Alternativen systematisch zu betrachten.
Das Problem dabei: Auch Nicht-Entscheidungen haben Konsequenzen.
Manchmal kosten sie sogar mehr als eine falsche Entscheidung.
Wenn Bewerbungen zum Vollzeitjob werden
Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage erlebe ich immer häufiger das hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte zu mir kommen, die 50, 100 oder sogar 200 Bewerbungen schreiben, ohne zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden.
Die meisten betrachten dabei nur die offensichtlichen Kosten.
Jede Bewerbung kostet Zeit:
- Zeit für die Recherche.
- Zeit für die Anpassung der Unterlagen.
- Zeit für Anschreiben, Formulare und Nachverfolgung.
- Zeit für Frustration.
- Zeit, die nicht mit Familie, Freunden oder anderen wichtigen Dingen verbracht werden kann.
Diese Kosten sind den meisten Menschen bewusst. Was häufig übersehen wird, sind die wirtschaftlichen Folgen.
Wer beispielsweise drei Monate länger als notwendig auf Jobsuche bleibt, verliert unter Umständen mehrere tausend Euro an Einkommen. Nicht, weil die Qualifikation fehlt. Sondern weil die Strategie nicht optimal war. Nicht selten liegt die eigentliche Herausforderung dabei nicht in der fachlichen Eignung, sondern in der Positionierung, der Bewerbungsstrategie oder der Auswahl der Zielunternehmen.
Gute Karriereentscheidungen haben einen finanziellen Hebel
Natürlich kostet professionelle Karriereberatung Geld.
Die spannendere Frage lautet jedoch: Was kostet es, wenn man keine Unterstützung in Anspruch nimmt?
Ein paar Beispiele:
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Drei Monate längere Jobsuche
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Eine Gehaltsverhandlung, die nicht geführt wird
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Die Annahme eines Jobs, der nicht zu den langfristigen Zielen passt
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Eine vorschnelle Selbstständigkeit ohne realistische Planung
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Der Verzicht auf eine berufliche Chance aus Unsicherheit
Die finanziellen Auswirkungen solcher Entscheidungen übersteigen die Kosten einer Karriereberatung häufig um ein Vielfaches.
Karriereentscheidungen sind selten nur Bauchentscheidungen
Natürlich spielen persönliche Werte, Wünsche und Lebensziele eine wichtige Rolle. Doch Karriereentscheidungen sind gleichzeitig Investitionsentscheidungen. Sie beeinflussen Einkommen, Entwicklungsmöglichkeiten, Lebensqualität, Arbeitsbelastung und langfristige Perspektiven. Deshalb lohnt es sich, wichtige berufliche Entscheidungen genauso strukturiert zu betrachten wie andere größere Investitionen im Leben.
Kaum jemand würde eine Immobilie kaufen, ohne sich vorher umfassend zu informieren. Bei der eigenen Karriere, die oft einen erheblichen Einfluss auf die finanzielle und persönliche Zukunft hat, wird dagegen erstaunlich häufig spontan entschieden.
Mein Blick als Karriereberaterin
Die beste Karriereberatung besteht aus meiner Sicht nicht darin, Menschen zu sagen, was sie tun sollen.
Sie hilft dabei, Zusammenhänge sichtbar zu machen.
- Welche Entscheidung zahlt langfristig auf die eigenen Ziele ein?
- Welche Risiken werden vielleicht über- oder unterschätzt?
- Wie hoch ist die tatsächliche Risikobereitschaft?
- Welche Alternativen gibt es überhaupt?
- Und welche Kosten entstehen möglicherweise, wenn man nichts verändert?
Karriereberatung ist deshalb für mich kein Luxus. Sie ist eine Investition in bessere Entscheidungen und gute Entscheidungen sind häufig die wirksamste Form von persönlichem Risikomanagement.