Viele Menschen stellen sich Chemical Compliance als reine Dokumentationsaufgabe vor....
Lieferantenerklärungen anfordern.
Materialdatenblätter ablegen.
Ein paar Tabellen pflegen.
Fertig.
Ganz so einfach ist es leider nicht, denn am Ende zählt nicht der eingesetzte Rohstoff. Am Ende zählt das Produkt, das beim Kunden ankommt.
Und zwischen Rohstoff und Endprodukt passiert oft eine ganze Menge:
➡️ Materialien werden erhitzt
➡️ beschichtet
➡️ gefärbt
➡️ verklebt
➡️ umgeformt
Dabei können Wechselwirkungen entstehen oder Stoffe relevant werden, die man allein durch einen Blick auf die Ausgangsmaterialien möglicherweise nicht erwartet hätte.
Zwei relativ bekannte Beispiele:
➡️ Chrom-III-Verbindungen, die unter bestimmten Bedingungen zu Chrom VI oxidieren können, beispielsweise aber nicht ausschließlich bei gerbtem Leder oder bestimmten Oberflächenbehandlungen.
➡️ primäre aromatische Amine, die unter anderem im Zusammenhang mit bestimmten Farbstoffen relevant werden können. Deshalb spielen sie beispielsweise aber nicht ausschließlich bei Textilien, Lederwaren oder bedruckten Produkten eine wichtige Rolle
Genau deshalb besteht Chemical-Compliance als Teil von Product-Compliance nicht nur aus dem Sammeln von Dokumenten.
Sie erfordert auch ein Verständnis für Materialien, Herstellungsprozesse und deren Wechselwirkungen.
Genau dieser Aspekt wird in der Praxis manchmal unterschätzt.
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